Samstag, 28. August 2010

ein wunderschöner Samstag

Habe heute den ganzen Tag nur gefaulenzt, bin im Schlafanzug rumgelaufen, hab mir ein köstliches gesundes Mahl zum Mittag bereitet und einen Großteil des Tages damit verbracht, an meinem geöffnetem Fenster zu sitzen und mein Buch zu lesen - die Füße auf dem Fensterbrett. Hab mich dabei ein bisschen gefühlt wie Carrie aus Sex and the City in meinem kleinen süßen Apartment mit Blick auf den Park. Herrlich!

Hatte gestern eine merkwürdige Erfahrung mit dem typischen amerikanischen, keine Ahnung wie man die nennt, Entertainer!? Guest Speaker Jamie Washington sollte meiner Meinung nach einen Vortrag halten. Ich dachte er wäre ein bekannter Künstler der uns jetzt sagt wie man ganz doll kreativ ist. Naja, sein Vortrag war eigentlich ein Kennenlernspielchen bei dem alle begeistert mitgemacht haben. Wow, ich kam mir ganz schön alt vor. Irgendwie ist es nicht so mein Ding, Leute zu suchen die im gleichen Monat geboren sind wie ich, um ihnen zu erzählen wann ich mich mal ganz akzeptiert gefühlt habe und wann ich mal diskriminiert wurde. Au weia, danach sollten wir uns in einem großen Kreis aufstellen und ich dachte schon, wir fassen uns gleich bei den Händen und fangen an zu tanzen... Aber nein, Jamie hat Fragen gestellt und wer sich angesprochen fühlte, sollte in den Kreis treten. Aber hey, seine Fragen und die Ergebnisse waren sehr interessant. Erfahren habe ich, dass mehr Asiaten als Afro-Amerikaner am Mica anfangen, sehr viele der Studenten einen unmittelbaren Verwandten mit einer Behinderung haben oder selbst behindert sind, einige unter Gewalt in der Familie litten und fast alle jemanden kennen, der Selbstmord begangen hat. Das hätte ich nicht gedacht. Hey, ein Mädchen hat sogar angefangen zu weinen. Die Stimmung war irgendwie merkwürdig herzergreifend. Das ist irgendwie anders gewesen als die Kleiderkette in Weimar. ;-)



zum Thema street smart:


es ist nicht street smart

• mit zwei großen Tüten vorm Eingang von Target zu warten (auch wenn es nur 5 Minuten sind)
• mit dem Fahrrad zu nah an Fremden vorbeizufahren


es ist street smart

• Geld lieber am Uni Geldautomaten abzuheben
• Schlüssel, Geldscheine und Handy immer in den Hosenvordertaschen zu tragen
• keine Kreditkarte mitzunehmen
• sich bei Guardian anzumelden (die einem im Notfall per GPS lokalisieren und einem einen Streifenwagen schicken)
• immer auf der Straßenseite zu laufen an der die Autos einem entgegenkommen
• Leuten auf der Straße Guten Tag sagen (auch wenn man sie nicht kennt) um zu signalisieren: Ich hab dich wahrgenommen und weiß wie du aussiehst

es ist street smart (in Barcelona)

• sich mehr als 300 Euro klauen zu lassen. Wird ein Dieb erwischt, wird er nur verhaftet, wenn er mehr als 300 Euro dabei hat.

es ist street smart (in Griechenland)

• bei einem Überfall wegzulaufen. Diebe und Räuber werden mit einer Gefängnisstrafe von 5 bis 7 Jahren bestraft. Hat der Dieb/Räuber einen jedoch verfolgt wird er unter einem anderem Tatbestand angeklagt und bekommt zwischen 20 bis 25 Jahren; deshalb verfolgeneinen Diebe/Räuber einen in Griechenland nicht

Donnerstag, 26. August 2010

mein eigenes Reich

Endlich habe ich es geschafft, mal ein paar Bilder meiner neuen Wohnung zu machen.
Ich wohne etwa 10 Minuten vom Campus entfernt (wenn ich spät dran bin, schaffe ich es jedoch auch in 5!) Ich wohne im 1. Stock und habe ein Arbeitszimmer, ein Schlafzimmer, Bad und Küche + Flur der die Räume voneinander trennt. Ich finde die Wohnung ist schön geschnitten und ist wunderbar hell - zumindest im Arbeitszimmer und in der Küche... Mein Schlafzimmer hat zwar ein großes Fenster, jedoch befindet sich davor eine Hauswand und dazwischen eine Feuerleiter. Mein Fenster ist mit einem Gitter gesichert - es sollte also keiner reinkommen können, ich allerdings raus.

Die Nachbarn habe ich bisher noch nicht kennengelernt. Gegenüber wird die Wohnung gerade renoviert, allerdings kriege ich davon meistens gar nichts mit, weil ich ja tagsüber unterwegs bin. Chris, mein Vormieter war so freundlich und hat mir ein paar Möbel da gelassen. Ich habe also einen großen Schreibtisch, 2 Bücherregale, einen Tisch, 2 Stühle und einen Küchenrollschrank von ihm geliehen bekommen. Außerdem habe ich sein Internet direkt übernommen, um mich nicht selbst noch um einen Vertrag kümmern zu müssen.
Getier habe ich hier glücklicherweise noch nicht gesehen. Gestern haben mich 2 Mücken besucht, die mussten jedoch zeitnah wieder los und ich hab rausgefunden, wie ich mein Fliegengitter schließe, um einen weiteren Besuch vorzubeugen...
Ach ja, die Bilder an den Wänden hat mir Clayton geliehen. Er studiert auch am MICA und war so lieb sie mir für meine kahlen weißen Wände zu geben. Äh, sonst gibt es nicht so viel zu sehen. Ich habe beim Village Thrift Store Geschirr, Gläser, 2 Töpfe, 1 Pfanne und eine große Yankee Candle (mistle toe) für unglaubliche 20 Doller erstanden (dafür bekomme ich normalerweise nicht mal die Kerze) und mein Kühlschrank ist gefüllt mit echtem (!) Orangensaft, Bananen, Toastbrot (will nix Essbares draußen liegen lassen wegen dem Getier), falschem (!) Käse (gab keinen echten), Schinken, Butter, Joghurt (keine Ahnung ob echt oder falsch), Cinnamon Rosin Bagles und Keksen (vom Welcome Dinner). Naja, ich hoffe mein Kühlschrank wird sich noch etwas erholen von den ersten ungesunden Tagen...


hier ein paar Bilder:

Arbeitszimmer mit zwei großen Fenstern



Ausblick aus dem Fenster auf Eutaw Place















Küche





















Bad





















Schlafzimmer

Dienstag, 24. August 2010

darf ich vorstellen...

dies ist mein Blog zu meinem Auslandssemester am MICA in Baltimore.


Baltimore ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Maryland an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Sie hat ca. 641.000 Einwohner und gegenwärtig leider große Probleme mit Armut und Kriminalität. Während der ersten Tage in der Stadt wurde mir schon oft gesagt, dass ich street smart sein muss. Der Begriff war mir neu, deshalb eine kurze Erklärung auch für euch:

A person who is street smart is able to navigate safely through life and survive, no matter where she's at.

Also, um meinen Weg hier zu finden und mein Auslandssemester zu einer großartigen Erfahrung werden zu lassen, werde ich rausfinden, was es bedeutet street smart zu sein. Für mich heißt das natürlich immer auf meine Sicherheit bedacht zu sein, ABER mich auch weiterzuentwickeln und meine Umgebung noch sensibler wahrzunehmen, um meine Eindrücke kreativ zu nutzen.